
Wenn das Wasser bei Ihnen zu Hause aus dem Hahn kommt, hat es bereits einen weiten Weg hinter sich ...
Wasser aus der Tiefe
Wasser aus dem Ruhrtal
Trinkwasser aus Ruhrtalwasser
Der Wassertransport
Unser Rohrleitungsnetz
Qualitätskontrolle
Wasser- und Umweltforschung
Ihr täglicher Wasserbedarf für wenige Cent
Wasser für morgen und übermorgen
Das beste Trinkwasser wird aus dem Grundwasser gewonnen. Grundwasser bildet sich aus einem Teil der ins Erdreich versickernden Niederschläge. Es sammelt sich zu einem unterirdischen Grundwasserstrom, der in Brunnen gefasst und hochgepumpt, das kostbare Trinkwasser liefert. Leider steht Grundwasser nicht überall in der benötigten Menge zur Verfügung. Bei 8,6 Millionen Litern Tagesbedarf für Schwerte würden wir ohne wasserwirtschaftliche Maßnahmen ganz schnell auf dem Trockenen sitzen. Deshalb muss mit Filteranlagen im Ruhrtal der Natur künstlich nachgeholfen werden, um so den Wasserbedarf konstant zu sichern.
Die langfristige Vorsorge unseres Mitgesellschafters, der Dortmunder Energie und Wasser, sichert uns einen unerlässlichen Wasserlieferanten. Sie verfügen über ein 17 km langes und 12 km2 großes Wassergewinnungsgelände im wasserreichen Ruhrtal, zwischen Langschede und Westhofen.
Hier wird mit Ruhrwasser eine Grundwasseranreicherung betrieben und das im Einklang mit der Natur.
Im Ruhrtal bietet uns Mutter Natur beste Voraussetzungen für die Wassergewinnung: Gutes Flusswasser in erforderlicher Menge, genügend durchlässige Bodenschichten und leicht gewinnbare Grundwasservorkommen. Mit jährlich 1.046 Litern pro Quadratmeter liegen die Niederschläge im Einzugsgebiet der Ruhr beträchtlich über dem Bundesdurchschnitt.
Das Niederschlagswasser gelangt über Bäche und Nebenflüsse in die Ruhr. In regenreichen Zeiten würde es, dem natürlichen Wasserkreislauf folgend, ungenutzt mit dem Rhein ins Meer fließen. Die Talsperren des Ruhrverbandes, z.B. im Tal von Möhne, Bigge und Henne, können einen großen Teil des überschüssigen Niederschlagswassers zurückhalten, um später wohldosiert die Wasserführung der Flüsse zu regulieren. Das Fassungsvermögen aller Talsperren des Sauerlandes liegt bei rund 470 Mio. m3 Wasser. Das reicht gegenwärtig und auch zukünftig, um etwa zwei Trockenjahre zu überbrücken.
Aus den Talsperren des Sauerlandes wird nur in wenigen Ausnahmefällen Wasser direkt zur Trinkwasseraufbereitung entnommen. Ihr Wasser gelangt erst über die Flüsse in die Gewinnungsanlagen der Wasserwerke. Deshalb kann die Talsperrenlandschaft auch zur Erholung genutzt werden. Diese Mehrfachnutzung bringt Freizeitspaß für alle.
Für den Bau und Betrieb der Talsperren, für die Wasserführung der Ruhr und für die Reinhaltung der Gewässer ist der Ruhrverband verantwortlich. Ihm müssen nach dem Gesetz alle Wassernutzer an der Ruhr (Wasserwerke, Abwassereinleiter, Wasserkraftnutzer) angehören. Er sorgt dafür, dass nur gut gereinigtes Wasser in Bäche und Flüsse eingeleitet wird.
Wird im Tal der Ruhr durch die Wasserwerke Grundwasser gewonnen, so versickert dabei Flusswasser auf natürliche Weise in den Untergrund und wird beim Durchfließen der verschiedenen Erdschichten gereinigt. Das nennt man Uferfiltration.
Diese liefert jedoch nicht genug neues Grundwasser. Sie wird deshalb durch künstliche Grundwasseranreicherung ergänzt bzw. ersetzt.
Dieses umweltfreundliche Verfahren zur Wassergewinnung, das bei uns bereits seit 1918 angewandt wird, ist ein wirksames biologisches Wasseraufbereitungssystem, das die Reinigungskräfte der Natur ausnutzt und verstärkt. So können wir auf den Einsatz chemischer Mittel zur Entfernung von Schadstoffen verzichten. Das Ruhrwasser wird zunächst in ein Absetzbecken geleitet, in dem sich ein Teil der ungelösten Flusssedimente ablagert. Danach läuft es über Kaskaden - das sind Freiluftwassertreppen - in vielen kleinen Wasserströmen in ein kiesgefülltes Vorfilterbecken.
Auf den Kaskaden nimmt das Wasser Sauerstoff auf, den die Mikroorganismen im Filter zum Leben brauchen. Mikroorganismen sind winzige Lebewesen, die sich von den Verunreinigungen des Wassers ernähren und so auf biologische Art und Weise das Wasser von Schadstoffen befreien.
Aus dem Vorfilterbecken fließt nun das schon vorgereinigte Wasser wieder über Kaskaden in ein Hauptfilterbecken. Hier sickert es durch eine 50 - 70 cm starke Sandschicht direkt in den Grundwasser leitenden Flussschotter. Nach einer Bodenpassage von mindestens 50 m gelangt es dann in 6 - 8 m Tiefe in die Eintrittsöffnungen der Sickerleitung, die es den Sammelbrunnen der Pumpstationen als Grundwasser von höchster Qualität zuführt.
Bis in den Sammelbrunnen fließt das Wasser mit natürlichem Gefälle und ganz von selbst. Doch nun muss es an der Pumpstation wieder aus der Tiefe heraus gepumpt werden. Denn zwischen dem Wassergewinnungsgelände von Dortmunder Energie und Wasser im Ruhrtal und vielen Wasserhähnen ist ein Höhenunterschied zu überwinden.
Das bedeutet, unser Wasser muss hochgepumpt werden, um alle Kunden zu erreichen. Dabei setzt Dortmunder Energie und Wasser als unser Wasserlieferant immer die Pumpen ein, die gerade von der günstigsten Energiequelle gespeist werden, z.B. mit der Wasserkraft der Ruhr. Ungefähr die Hälfte des Wassers kann mit selbst gewonnener Energie aus Wasserkraft und Wind gepumpt werden. Zur Förderung des anderen Teils muss Strom von der RWE bezogen werden. Der Einsatz unterschiedlicher Energiearten gibt die Gewähr, dass immer genügend Trinkwasser gefördert wird und die Hochbehälter bedarfsgerecht gefüllt sind.
Das Wasserleitungsnetz in Schwerte hat eine Länge von 194 Kilometern. Es wird ständig erweitert und da, wo es nötig ist, erneuert. Hierbei steht die Hygiene und die Versorgungssicherheit natürlich an erster Stelle. Die modernen Wasserrohrleitungen sind von innen mit Zement ausgeschleudert. Diese Beschichtung verhindert die Innenkorrosion und sorgt für einwandfreie Wasserqualität.
Der Umweltschutz nimmt natürlich einen hohen Stellenwert bei der Verlegung der Wasserhauptleitungen ein. Um eine teure Sandeinbettung der Rohrleitungen zu sparen, werden die Rohre mit Zement ummantelt. Dieser Panzer verhindert dauerhaft eine Beschädigung des Materials. Durch die eingesparte Bodenabfuhr leisten wir zusätzlich einen Beitrag zur Schonung unserer Umwelt.
Nach Möglichkeit werden Rohrleitungen grabenlos, das heißt ohne Belästigung der Bewohner durch Tiefbauarbeiten, durchgeführt. Da wo es eben geht, finden die verschiedensten Verfahren wie Spülbohrungen, Berstlining oder Hydrosverfahren ihre Anwendung. So findet der Schutz der Umwelt ebenso wie eine nach Möglichkeit geringe Belastung der Anlieger vor Ort statt.
Trinkwasser ist ein Lebensmittel, dessen Qualität in Deutschland seit jeher besonders gründlich kontrolliert wird. Es muss in seiner Beschaffenheit den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen. Diese Verordnung fußt auf nationalen und internationalen Regelungen und formuliert strenge Anforderungen an die Trinkwasserqualität. Die höchstzulässigen Konzentrationen (Grenzwerte) für Wasserinhaltsstoffe sind so festgelegt, dass auch bei lebenslanger Aufnahme keine Gesundheitsschäden zu befürchten sind.
Die Qualität des Roh- und Trinkwassers wird intensiv überwacht. Täglich werden viele Proben entnommen: Aus der Ruhr, aus den Filteranlagen, aus den Leitungen, die das Grundwasser den Pumpwerken zuführen, aus dem "fertigen" Trinkwasser an den Pumpwerken, aus den Hochbehältern und an 30 festgelegten Probeentnahmestellen im Versorgungsgebiet.
Die Ermittlung der mikrobiologischen und chemischen Kenngrößen zur Beurteilung der Wasserqualität wird nach einem vielschichtigen Analysenplan durchgeführt, so dass wichtige Untersuchungen täglich, andere in größeren Abständen erstellt werden. Alle in der Trinkwasserverordnung aufgeführten Kenngrößen können in den aufs modernste eingerichteten Laboratorien von Dortmunder Energie und Wasser ermittelt werden. Gegenwärtig sind es rund 230 Einzelstoffe, nach denen gesucht und deren Konzentration bestimmt wird. Diese Eigenüberwachung wird ergänzt durch Prüfungen und Kontrollen des Gesundheitsamtes. Es geschieht nichts Wesentliches in oder an der Wasserversorgung, ohne Kenntnis und Zustimmung des Gesundheitsamtes. Bei wichtigen Änderungen, z.B. bei der Verwendung anderer Zusatzstoffe, informieren wir selbstverständlich auch die Öffentlichkeit.
Jedermann erhält von den Fachleuten im Labor der Dortmunder Energie und Wasser jede gewünschte Information übert' die Trinkwasserqualität.
Angesichts der ständigen Bedrohung unserer Umwelt durch Schadstoffe aus vielerlei Quellen reicht die Kontrolle der Trinkwasserbeschaffenheit allein nicht mehr aus. Vielmehr müssen die Belastungen des Wasserkreislaufes auf ein ökologisch verträgliches Maß reduziert und mit natürlichen Regenerierungsprozessen in ein stabiles Gleichgewicht gebracht werden. Hierfür sind viele Fragen zu klären, komplexe Zusammenhänge aufzuzeigen, gesicherte Daten zu ermitteln und Sachdiskussionen zu führen.
Um für diese langfristige Entwicklung einen konkreten Beitrag zu leisten, wurde 1969 das Institut für Wasserforschung GmbH Dortmund (IfW) gegründet. Er befindet sich seit April 2001 zu gleichen Teilen in Besitz der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH, der Wasserwerke Westfalen GmbH und der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik GmbH.
Aufgabe des IfW ist es, die natürlichen physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge im Wasserkreislauf sowie deren mögliche Störungen und Veränderungen zu erforschen, um eine ökologisch intakte Umwelt zu erhalten und gegenwärtige oder zukünftige Beeinträchtigungen zu verringern. Besondere Bedeutung kommt dabei der Sicherung der Trinkwasserversorgung und der Erhaltung des Lebensraumes Wasser zu.
Im Jahr 1988 wurde in Geisecke bei Schwerte ein neues Laborgebäude errichtet, in dem Forschung und Überwachung gemeinsam betrieben werden. Auf mehr als 2000 m2 Nutzfläche stehen dort ca. 620 m2 für biologische und chemische Laborarbeiten zur Verfügung. Hier werden sämtliche Untersuchungen des Oberflächen-, Grund- und Trinkwassers sowie des Abwassers mit den modernsten Analysetechniken durchgeführt. Im Rahmen der Forschung und Entwicklung werden darüber hinaus auch Substanzen wie biogene Wasserinhaltsstoffe, Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte, Altlasten oder organische Stoffe im Klärschlamm und deren Auswirkungen auf die Umwelt untersucht.
Das Institut für Wasserforschung ist gemeinnützig und wird überwiegend aus Forschungsmitteln des Bundes, der Länder, der Deutschen Forschungsgemeinschaft von Behörden und anderen öffentlichen Institutionen sowie Spenden finanziert.
Ein Facharbeiter muss nur wenige Minuten für seinen täglichen Wasserbedarf arbeiten. Trinkwasser ist also weiterhin der preiswerteste Bedarfsartikel (unsere Tarife und Preise) unseres Lebens und gleichzeitig der kostbarste Artikel als Lebensmittel sowie für die vielen Zwecke der Hygiene in jedem Haushalt. Was bei uns allen so selbstverständlich von früh bis spät aus der Leitung fließt, ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben. Damit Ihnen das Wasser rund um die Uhr zur Verfügung steht, müssen Menschen und Maschinen ständig im Einsatz sein, am Tage, in der Nacht, am Wochenende und auch an Feiertagen.
Die Gefährdung unserer Gewässer durch viele Bereiche des technischen Fortschritts verlangt eine immer sorgfältigere Analyse und Kontrolle aller Stufen der Wassergewinnung, um jederzeit gutes Trinkwasser garantieren zu können. Die Anlagen zur Grundwasseranreicherung und Wasserfassung im Ruhrtal, die Pumpstationen und Wasserbehälter, müssen gewartet und erneuert, das Rohrnetz ständig in Betrieb gehalten werden.
Die Verlegung von 100 m Rohrleitung mit einem Durchmesser von 10 cm kostet über 20.000,- €. Mit Rohren von einem Meter Durchmesser beträgt der Preis für dieselbe Strecke fast 200.000,- €. Dieses Kapital ist größtenteils unsichtbar unter der Erdoberfläche vergraben.
Bedenkt man all diese Leistungen, wie wenig sind dann zwanzig bis dreißig Cent für Ihre tägliche Ration an klarem, gesundem Trinkwasser.
Damit die Versorgung mit Wasser auch für die Zukunft gesichert ist, muss unser Leitungsnetz ständig kontrolliert, repariert und ausgebaut werden.
Darüber hinaus kann und muss jeder einzelne durch umweltgerechtes Verhalten mit dazu beitragen, die Bedingungen für eine natürliche Wassergewinnung an der Ruhr zu erhalten und zu verbessern. Wir alle, die produzierende Industrie und der private Verbraucher, sind gefordert. Wir alle können mithelfen, dass unser Lebensraum, unsere Luft, unser Boden und unsere Gewässer gesund bleiben. Dann kann auch Ihr Wasserwerk Ihnen weiterhin natürliches Trinkwasser ins Haus liefern. Trinkwasser für Schwerte von Ihren Stadtwerken Schwerte.